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"Land.Digital"

Tangerhütte will Modellregion "Land.Digital" werden

Die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte im Norden von Sachsen-Anhalt bewirbt sich beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) als Modellregion „Land.Digital“. „Damit haben wir die einmalige Möglichkeit, mithilfe eines einzigartigen Ansatzes die Chancen der Digitalisierung auf den ländlichen Raum zu übertragen“, sagte Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) am 25. Juni in Tangerhütte. Es solle gezeigt werden, wie die strukturbedingten Nachteile einer ländlichen Region, etwa bei der Mobilität, der Nahversorgung und der gesellschaftlichen Teilhabe, aufgehoben werden können. „Wir wollen zusammen mit dem Bürger digitale Anwendungen schaffen, die allen nützen sowie den Sprung in das Zeitalter des schnellen Internets erleichtern.“ 

Für die Realisierung des Projektes ist ein hochkarätiges Partner-Konsortium, bestehend aus der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte, Mircosoft Deutschland, Fraunhofer IESE, Teleport sowie die Kommunale IT-Union gegründet worden. Der Antrag ist in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) abgegeben worden. „Land.Digital“ ist ein Förderprogramm für ländliche Räume. Insgesamt wurden 200.000 Euro Fördermittel beantragt. Die Förderphase würde über einen Zeitraum von etwa zwei Jahre gehen und könnte im Januar 2018 beginnen. 

Projekt beispielgebend für ländliche Räume in Deutschland 

Das Ziel der Bewerbung ist es, die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte als Region auf dem Weg zur Digitalisierung mit innovativen Ideen voran zu bringen. Andreas Brohm rechnet sich sehr gute Chancen aus, dass Tangerhütte aufgrund der starken Partner sowie angedachten Projekte vom Ministerium berücksichtigt wird. „In unserer Region bewegt sich was. Unter anderem sind wir derzeit dabei, zusammen mit dem Zweckverband Breitband Altmark den Norden von Sachsen-Anhalt mit Glasfaser und damit schnellem Internet zu erschließen“, sagte der Bürgermeister. „Unsere Vorhaben passen prima zusammen und sollen dazu beitragen, den ländlichen Lebensraum ein Stück attraktiver zu gestalten.“ 

Die Mitglieder des Konsortiums bewerten das Projekt als beispielgebend für die zukünftige Entwicklung ländlicher Räume in der Bundesrepublik. „Deutschland steht wie kein anderes Land für dezentrale Prosperität“, sagte Gerald Swarat vom Fraunhofer IESE. Es gelte die Frage zu beantworten: Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit Jung und Alt auch außerhalb der Großstädte glücklich leben und arbeiten können?  

„Die digitale Transformation leistet einen zentralen Beitrag zur Verbesserung der kommunalen Nahversorgung in ländlichen Regionen. Damit wir dieses Potenzial voll ausschöpfen können ist es entscheidend, neue digitale Dienste frühzeitig und zusammen mit den Bürgern zu erproben“, sagte Daniel Worlikar von Microsoft Deutschland. So könnten Verwaltung und Bürger gemeinsam lernen, wie sie ihre Region nachhaltig fit für die Zukunft machen. 

„In Tangerhütte finden wir den Mut zur Zukunft und die Tatkraft zur Gestaltung“, sagte der Geschäftsführer der Teleport GmbH, Thomas Patzelt. Das gemeinsame Ziel seien Nachhaltige Anwendungen, die bereits bestehende Vorteile des Landlebens weiter aufwerten. „Wir wollen Tangerhütte zu einem besonders erlebenswerten Ort machen.“

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