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Gartenträumepark soll Touristen anlocken

Gartenträumepark Tangerhütte soll mit neuem Konzept Touristen anlocken

Der Gartenträumepark Tangerhütte in der Altmark soll zu einem attraktiven Touristenziel werden. Das verabredeten die Mitglieder des Kooperations-Projektes „Natur im Garten“ während ihres Treffens am heutigen 6. Dezember in Tangerhütte. „Wir haben ein Konzept beschlossen, dass die einmalige historische Parkanlage in Zukunft in Reise-Routen von Gästen integriert“, sagte der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte, Andreas Brohm. Er ist auch Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Uchte-Tanger-Elbe“. „Natur im Garten“ ist ein Kooperationsprojekt mit den vier LEADER-Regionen Mittlere Altmark, Elb-Havel-Winkel, Flechtinger Höhenzug und Zwischen Elbe und Finer Bruch.

Das Konzept soll den Gartenträumepark in Tangerhütte touristisch aufwerten und bekannter werden lassen. Unter anderem wird die Anlage in Zukunft ein Anlaufpunkt bei Themenreisen sein. „Wir werden Gartenreisende gezielt in den Park lenken“, sagte Christa Ringkamp von der Gartenakademie Sachsen-Anhalt, die das Kooperationsprojekt koordiniert. Der rund elf Hektar große Garten mit seinen zwei Schlössern, dem berühmten Kunstgusspavillon von der Pariser Weltausstellung, dem Mausoleum sowie dem künstlichen Wasserfall habe für Gäste jede Menge zu bieten. Mit der weiteren Sanierung des Neuen Schlosses und seinem Bürgercafé werde außerdem ein besonderer Anlaufpunkt geschaffen.

Teilnahme an Grüner Woche / Gästeführer gesucht

Die erste Präsentation des neuen Touristen-Ziels wird auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin sein. Die Messe findet vom 18. – 27. Januar 2019 statt. Bis dahin werden die schon jetzt vorliegenden Gartenreise-Routen ausgearbeitet sein. Außerdem ist geplant, informatives Werbematerial zu erstellen. Die Vermarktung läuft im Zusammenhang des Projektes „Natur im Garten“ über die Gartenakademie Sachsen-Anhalt.

Für die Stärkung des Angebotes sucht die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte noch Gästeführer. „Wer Interesse daran hat, Touristen durch den Park zu führen, kann sich jederzeit bei der Kommune melden“, sagte Brohm. Außerdem könnten sich Interessenten melden, die den Gästen Dienstleistungen oder Produkte anbieten möchten. „Wir denken da an die Bewirtung sowie den Verkauf von regional typischen oder gartennahen Produkten.“ Vom Gartenträumepark als Touristenziel sollten auch die Einwohner profitieren.

Hintergrund Gartenträumepark Tangerhütte

Der wohl schönste Park der Altmark zählt heute zum touristischen Landesprojekt „Gartenträume - Historische Parks in Sachsen-Anhalt“. Er geht zurück auf den Werksbesitzer Johann Jacob Carl Franz Wagenführ. Ab 1873/1874 ließ dieser den Landschaftspark im englischen Gartenstil östlich des Fabrikgeländes anlegen. 1872/73 lässt Johann Jacob Carl Franz Wagenführ in der Nähe des Werkes einen repräsentativen Wohnsitz im Stil der Neorenaissance erbauen – das spätere „Alte Schloss“. 1909 bis 1911 entsteht etwa 500 Meter entfernt das „Neue Schloss“ als Hochzeitsgeschenk für die nächste Generation.


Hintergrund LEADER/CLLD

Hinter den Abkürzungen LEADER und CLLD verbergen sich Förderansätze der Europäischen Union. LEADER leitet sich aus dem Französischen „Liaison entre actions de développement de l'économie rurale“ ab und heißt übersetzt „Verbindung zwischen Aktionen zur ländlichen Entwicklung“. CLLD steht dabei englisch für „Community-Led Local Devolopment“, was so viel bedeutet wie „Von der örtlichen Bevölkerung betriebene lokale Entwicklung“. Beide Programme zielen auf lokale Projekte in ländlich geprägten Regionen. Die aktuelle Förderperiode reicht von 2014 bis 2020. 

Im August 2015 war die Lokale Aktionsgruppe „Uchte-Tanger-Elbe“ als LEADER/CLLD-Fördergebiet der EU bestätigt worden. Unter dem Motto „Gemeinsam leben in Stadt und Land“ können bis 2020 zahlreiche Projekte umgesetzt und gefördert werden. Das Landesfinanzministerium hat dazu bisher eine Zusage über Förderraten aus drei EU-Fonds in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro gegeben. Bis 2020 können mittels LEADER und CLLD insgesamt bis zu 100 Millionen Euro europäischer Fördermittel in die ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts fließen. Das Geld kommt Projekten aus dem privaten, unternehmerischen und kommunalen Bereich zugute. Dabei wird vor allem darauf geachtet, dass sich die geförderten Ideen positiv und nachhaltig auf die wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum auswirken.

 

 

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