Sachstand zum Projekt „Ostkorridor Nord“ in Tangerhütte und Demker
Pressemitteilung Nr. 232/2026
Das Projekt „Ostkorridor Nord“ der Deutschen Bahn beschäftigt die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte bereits seit mehreren Jahren. Die geplanten Maßnahmen betreffen insbesondere die Ortslagen Tangerhütte und Demker und werden aufgrund ihres Umfangs Auswirkungen auf das Ortsbild und auf die Bahninfrastruktur vor Ort haben.
Die Einheitsgemeinde begleitet das Projekt deshalb seit Beginn der konkreteren Planungen und hat die für Tangerhütte wichtigen Fragestellungen wiederholt gegenüber der Deutschen Bahn angesprochen.
Was ist der Ostkorridor Nord?
Die Bahnstrecke durch Tangerhütte ist Teil des sogenannten Ostkorridors Nord. Die Ausbaustrecke führt von Uelzen über Stendal und Magdeburg bis Halle (Saale). Das Projekt ist Bestandteil des Bundesverkehrswegeplans und dient insbesondere der Beseitigung von Engpässen und der Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Schienennetzes. Grundlage der Planung sind prognostizierte künftige Verkehre im Personen- und Güterverkehr.
Für den Streckenabschnitt Stendal–Magdeburg sind unter anderem Arbeiten an Überholmöglichkeiten, Oberleitungen, Bahnübergängen und Bahnhöfen sowie neue Weichenverbindungen vorgesehen. Die Deutsche Bahn benennt dabei ausdrücklich auch die Überholmöglichkeiten in Tangerhütte als Bestandteil der Maßnahmen.
Bereits seit 2023 öffentliches Thema
Das Projekt ist in Tangerhütte nicht neu.
Bereits im März 2023 wurde der Ostkorridor Nord im Stadtrat vorgestellt. Die Projektvorstellung erfolgte damals durch Vertreter der Deutschen Bahn. Im Sommer 2023 folgte eine erste öffentliche Informationsveranstaltung im Kulturhaus Tangerhütte. Die Stadt hatte damit bereits frühzeitig eine öffentliche Befassung mit dem Vorhaben ermöglicht.
Auch Fragen zu den Auswirkungen des Projektes auf Tangerhütte – insbesondere zum Bahnübergang, zur Leistungssteigerung der Strecke und zu möglichen Folgen des zunehmenden Zugverkehrs – wurden bereits in dieser Phase öffentlich diskutiert.
Erneute Vorstellung im Stadtrat 2025
Am 12. Februar 2025 stellte die Projektleitung der Deutschen Bahn den aktuellen Planungsstand erneut öffentlich im Stadtrat vor. Die Vorstellung war ausdrücklich als eigener Tagesordnungspunkt vorgesehen.
Dabei wurden die wesentlichen Maßnahmen für den Bereich der Einheitsgemeinde konkret benannt:
- Verlängerung des dritten Gleises im Bereich des ehemaligen Bahnhofs Tangerhütte auf rund 740 Meter,
- Herstellung neuer Weichenverbindungen,
- Anpassung der Oberleitungsanlagen,
- Einführung einer dichteren digitalen Zugsteuerung beziehungsweise Blockverdichtung,
- Modernisierung des Bahnübergangs Stendaler Weg,
- Schallschutzmaßnahmen einschließlich neuer Lärmschutzwände,
- Anpassungen der Stellwerkstechnik.
Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Kapazität der vorhandenen zweigleisigen Strecke zu erhöhen und insbesondere zusätzliche Überholmöglichkeiten zu schaffen.
Das geplante Überholgleis im Bereich des ehemaligen Bahnhofs ist damit kein neuer Planungsinhalt, sondern seit längerem öffentlich bekannt und bereits im Stadtrat vorgestellt worden.
Bahnübergänge und Querungsmöglichkeiten
Auch die Situation der Bahnübergänge war bereits Gegenstand der Gespräche mit der Deutschen Bahn.
Bei der Vorstellung im Februar 2025 erklärte die Projektleiterin, dass nach damaligem Planungsstand keine grundlegenden Umbaumaßnahmen an den Bahnübergängen erforderlich seien.
Damit ist die Frage, welche Auswirkungen die künftige Nutzung der Strecke auf die Bahnübergänge hat, nicht übersehen worden. Sie ist Bestandteil der bisherigen Auseinandersetzung mit dem Projekt.
Die Einheitsgemeinde wird dieses Thema auch im weiteren Planungsverfahren begleiten. Das gilt insbesondere für die tatsächliche Entwicklung der Schließzeiten, die sichere Querung der Bahnstrecke und die Auswirkungen auf die innerstädtischen Verkehrsbeziehungen.
Schall- und Erschütterungsschutz werden fachlich untersucht
Auch die möglichen Auswirkungen durch Lärm und Erschütterungen werden nicht erst jetzt betrachtet.
Bereits Anfang 2025 war vorgesehen, dass die Entwurfsplanung unter anderem ein Schallgutachten und ein Erschütterungsgutachten umfasst. Auf Grundlage dieser Untersuchungen wird anschließend die Genehmigungsplanung erstellt.
Damit werden auch die Auswirkungen des geplanten Überholgleises und des künftigen Bahnbetriebs nicht allein politisch oder subjektiv bewertet, sondern im Planungsverfahren fachlich untersucht.
Für Tangerhütte und Demker sind als Ergebnis der bisherigen Planung bereits umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen.
Weitere Untersuchungen sind bereits erfolgt beziehungsweise laufen
Die Planung wird durch eine Vielzahl technischer Untersuchungen begleitet.
Bereits im Jahr 2025 war die Baugrunderkundung angelaufen. Für den betroffenen Streckenabschnitt waren rund 256 Bohrpunkte vorgesehen. Parallel dazu werden Umweltprüfungen durchgeführt, um ökologische Belange in der weiteren Planung zu berücksichtigen.
Die Planungen befinden sich damit nicht auf dem Stand einer ersten Idee. Technische, umweltfachliche sowie schall- und erschütterungstechnische Untersuchungen sind Bestandteil des laufenden Planungsprozesses.
Zweite öffentliche Bürgerinformation 2025
Nach der erneuten Vorstellung im Stadtrat wurde am 27. März 2025 eine weitere öffentliche Informationsveranstaltung im Kulturhaus Tangerhütte durchgeführt.
Die Deutsche Bahn informierte dort an mehreren Themeninseln über den aktuellen Planungsstand und die vorgesehenen Maßnahmen. Eingeladen waren ausdrücklich auch Bürgerinnen und Bürger aus Demker. Es handelte sich bereits um die zweite öffentliche Bürgerinformationsveranstaltung zum Projekt in Tangerhütte.
Damit gab es bislang:
- erste Vorstellung des Projektes im Stadtrat im Jahr 2023,
- erste öffentliche Bürgerinformationsveranstaltung im Jahr 2023,
- erneute öffentliche Vorstellung im Stadtrat im Februar 2025,
- eine zweite öffentliche Bürgerinformationsveranstaltung im März 2025.
Das Projekt und seine Auswirkungen sind damit wiederholt öffentlich dargestellt und diskutiert worden.
Aktuell: Gestaltung der Lärmschutzwände
Der aktuelle Austausch mit der Deutschen Bahn betrifft nun einen weiteren Planungsschritt: die konkrete Gestaltung der vorgesehenen Lärmschutzwände.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, ob die Einheitsgemeinde erstmals auf das Projekt reagiert. Vielmehr besteht nun die Möglichkeit, Wünsche zur Gestaltung der bereits geplanten Schallschutzmaßnahmen in die weitere Planung einzubringen.
Die Stadt nutzt diese Möglichkeit und beteiligt sowohl die Öffentlichkeit als auch die unmittelbar betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner. Zusätzlich erhalten die Ortschaftsräte die Planungsunterlagen und können Anregungen abgeben.
Die direkten Anwohner entlang der Bahnstrecke werden gesondert angeschrieben. Dabei können sie insbesondere Hinweise zur Farbgestaltung und zu ihrer konkreten Situation an der geplanten Lärmschutzwand geben.
Auch die Gestaltung im Bereich des Bahnhofs Tangerhütte wird öffentlich zur Diskussion gestellt.
Fazit
Die Einheitsgemeinde beschäftigt sich seit 2023 mit dem Projekt Ostkorridor. Das Vorhaben wurde seit 2023 mehrfach im Stadtrat und öffentlich vorgestellt. Bürgerinnen und Bürger hatten bei Informationsveranstaltungen Gelegenheit zum direkten Austausch mit dem Projektteam der Deutschen Bahn. Technische Untersuchungen, Baugrunderkundungen sowie Schall-, Erschütterungs- und Umweltprüfungen sind Bestandteil der Planung.
Die Themen Überholgleis, Bahnübergänge, Lärmschutz und Auswirkungen auf Tangerhütte und Demker sind bereits seit längerem bekannt und Gegenstand der Gespräche.
Die Aufgabe der Einheitsgemeinde besteht weiterhin darin, die Interessen der betroffenen Orte und Anwohner in den laufenden Planungsprozess einzubringen, offene Fragen gegenüber der Deutschen Bahn zu adressieren und die jeweils bestehenden Beteiligungsmöglichkeiten zu nutzen. Genau diesem Zweck dient auch die jetzt geplante Abfrage zur Gestaltung der Lärmschutzwände.
Das Projektteam der Bahn lädt alle Interessierten ein, sich bei Fragen und Anregungen zu melden. Dazu kann wie folgt in Kontakt getreten werden: OstkorridorNord@deutschebahn.com
Allgemeine Informationen finden sich auf der Projekt-Website: https://www.ostkorridor.de/stendalhalle.html