Aktuelles

Haushalt 2026 macht die finanzielle Lage der Einheitsgemeinde deutlich

Pressemitteilung Nr. 058/2026

Nach Ostern steigt die Einheitsgemeinde in die Haushaltsberatungen für das laufende Jahr ein. Das Ziel ist, Ende April einen Beschluss zu fassen, um handeln zu können. Gute 900 Seiten umfasst der Haushalt zusammen mit dem Konsolidierungskonzept. 

Mit dem Haushaltsentwurf für das Jahr 2026 legt die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte offen, unter welchem finanziellen Druck kommunale Haushalte derzeit stehen. Der Vorbericht zeigt deutlich: Die Aufgaben bleiben hoch, die finanziellen Spielräume dagegen eng. Für 2026 ist im Ergebnisplan ein Jahresfehlbetrag von 2.330.500 Euro vorgesehen. Im Finanzplan beläuft sich der voraussichtliche Finanzmittelfehlbetrag auf 2.311.100 Euro.

Pflichtaufgaben binden einen großen Teil der Mittel

Der Haushalt macht deutlich, dass die Einheitsgemeinde in vielen Bereichen gesetzliche und dauerhafte Aufgaben zu erfüllen hat. Dazu gehören unter anderem Kinderbetreuung, Schule, Brandschutz, Ordnung, Straßenunterhaltung, Friedhofswesen, Wasserwehr, Verwaltungsaufgaben und die Unterhaltung kommunaler Infrastruktur. Diese Aufgaben sind nicht beliebig reduzierbar, prägen den Haushalt aber in erheblichem Maße.

Gleichzeitig steigen die Belastungen weiter an. Im Vergleich zum Vorjahr sind für 2026 zwar 1.736.700 Euro mehr Erträge eingeplant, diesen stehen jedoch Mehraufwendungen in Höhe von 2.000.200 Euro gegenüber. Das geplante Defizit liegt damit um 263.500 Euro über dem Defizit des Vorjahresansatzes.

Liquidität bleibt eine zentrale Herausforderung

Besonders deutlich wird die Lage beim Blick auf die Liquidität. Die Finanzierung der laufend benötigten Mittel erfolgt weiterhin über Liquiditätskredite. In der Haushaltssatzung 2026 soll der Liquiditätskreditrahmen auf 11.000.000 Euro festgesetzt werden. Zusätzlich sind neben dem nicht gedeckten Finanzbedarf aus dem Haushaltsplan 2026 noch rund 2,3 Millionen Euro für zu übertragene Haushaltsermächtigungen aus 2025 bereitzustellen.

Konsolidierung läuft bereits, Spielräume sind aber begrenzt

Der Vorbericht macht zugleich deutlich, dass bereits in den vergangenen Jahren Konsolidierungsmaßnahmen ergriffen wurden. Im Bereich der freiwilligen Aufgaben wurden Budgets umstrukturiert und reduziert. Perspektivisch soll ihr Anteil auf rund 3 Prozent sinken. Nach Einschätzung im Vorbericht ist damit nahezu das Minimum erreicht; weitere Absenkungen sind nur noch sehr eingeschränkt möglich.

Trotz schwieriger Lage wird weiter investiert

Trotz der angespannten Finanzlage plant die Einheitsgemeinde auch 2026 Investitionen. Im Vorbericht sind Investitionen in Höhe von 3.069.800 Euro vorgesehen. Möglich ist dies vor allem durch die Inanspruchnahme von Fördermitteln. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass Förderprogramme regelmäßig mit engen Vorgaben und begrenzter Flexibilität verbunden sind.

Zu den Maßnahmen, die 2026 teilweise fortgeführt werden, gehören unter anderem der Neubau des Feuerwehrgerätehauses Bellingen/Hüselitz, Projekte im Hort Tangerhütte, der Wirtschaftsweg/Radweg Lüderitz–Schleuß, Ausstattung für den Bauhof sowie Technik für die Wasserwehr.

Ausblick zeigt Perspektive, aber keine Entwarnung

Der Vorbericht zeigt neben den Belastungen auch Entwicklungsperspektiven auf. Ab dem Haushaltsjahr 2028 wird ein positives Jahresergebnis erwartet. Zudem könnten Veränderungen beim Finanzausgleich ab 2027 zu verbesserten Erträgen führen. Auch Investitionen, etwa in die Umrüstung der Straßenbeleuchtung, werden künftig finanzielle Effekte erwarten lassen, die in den bisherigen Planungen noch nicht vollständig berücksichtigt sind.

Der Haushalt 2026 macht damit vor allem eines deutlich: Die Einheitsgemeinde arbeitet weiter an Konsolidierung, Priorisierung und strukturellen Verbesserungen. Zugleich zeigt der Vorbericht offen, dass der finanzielle Druck auf kommunale Haushalte hoch bleibt und die dauerhafte Sicherung der Handlungsfähigkeit weiterhin eine zentrale Aufgabe ist.

Symbol Beschreibung Größe
Haushalt 2026 macht die finanzielle Lage der Einheitsgemeinde deutlich
Pressemitteilung Nr. 058/2026
83 KB

Zurück