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Die Einheitsgemeinde stärkt Partnerschaft mit Lüderitz: Peter Winkels stellt Aufgaben im Ortschaftsrat Lüderitz vor

Pressemitteilung Nr. 061/2026

Die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte setzt den Ausbau ihrer kommunalen Partnerschaft mit Lüderitz (Namibia) konsequent fort. Im Mittelpunkt steht dabei die praktische Zusammenarbeit der Verwaltungen – insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und Organisationsentwicklung. Ein wichtiger Schritt: Peter Winkels, erfahrener Bauamtsleiter aus der Gemeinde Neuried (Baden-Württemberg), wird ab April im Rahmen des Förderprogramms „Fachkräftefonds für kommunale Partnerschaften weltweit“ bis Jahresende direkt im Rathaus der Partnerstadt Lüderitz tätig sein.

Auf der jüngsten Ortschaftsrats Sitzung in Lüderitz stellt sich Peter Winkels der Ortsbürgermeisterin sowie dem gesamten Ortschaftsrat persönlich vor. Er erläuterte seine Aufgaben für den Einsatz ab April in Lüderitz/Namibia. Dabei machte er deutlich, dass er den zwischen Tangerhütte, Leipzig und der GIZ erarbeiteten Aufgabenkatalog vor Ort in der Verwaltung bearbeiten wird. Die Partnerschaftsarbeit ist dabei ein wesentlicher Bestandteil seines Einsatzes.

Expertise für Digitalisierung und Verwaltungsoptimierung

Peter Winkels ist Diplom-Ingenieur für Geodäsie und leitet das Bauamt der Gemeinde Neuried. Er verfügt über langjährige Erfahrung in strategischer Gemeindeentwicklung, Hoch- und Tiefbau sowie Umweltschutz. Zudem bringt er internationale Erfahrung mit: Vor rund 30 Jahren war er mehrere Jahre im Auftrag des damaligen Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) in Tansania tätig.

In Lüderitz wird er im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) insbesondere daran mitwirken,

  • digitale Prozesse in der Stadtverwaltung aufzubauen bzw. weiterzuentwickeln,
  • Abläufe zu strukturieren und effizienter zu gestalten,
  • und Erfahrungen aus der deutschen Kommunalverwaltung praxisnah zu übertragen.

Keine Kosten für Lüderitz oder Tangerhütte

Der Einsatz von Herrn Winkels verursacht keine Kosten für die Partnerkommune Lüderitz oder die Einheitsgemeinde Tangerhütte. Die Entsendung wird vollständig über Bundesmittel (BMZ) und die GIZ finanziert.

Auf deutscher Seite wird die Partnerschaft weiterhin durch Jenny Bartels, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik (KEPOL), begleitet und organisatorisch verankert. Ihre Stelle wird über die SKEW (Engagement Global) gefördert. Die KEPOL-Stelle ist – wie der Einsatz von Herrn Winkels bis Ende des Jahres angelegt.

Partnerschaft konkretisieren: Erwartungen und Ziele benennen

In der Sitzung in Lüderitz wurde auch deutlich, dass der Prozess vor Ort nicht durchgängig auf ungeteilte Zustimmung stößt. Aus dem Ortschaftsrat heraus war vereinzelt Skepsis wahrnehmbar – sinngemäß auch mit Aussagen wie, das habe „mit uns gar nichts mehr zu tun“. Unabhängig davon betonten Peter Winkels und Jenny Bartels, dass sie regelmäßig im Ortschaftsrat informieren und Transparenz herstellen wollen.

Bürgermeister Andreas Brohm regte an, dass die Ortschaft in Lüderitz für sich klarer definiert, was sie unter Partnerschaftsarbeit versteht und welche Ziele realistisch verfolgt werden sollen. Das soll ermöglichen, Aufgaben so zu fassen, dass Peter Winkels diese konkret abarbeiten kann – und zugleich eine realistische Vorstellung davon entsteht, was im gegebenen Zeitrahmen tatsächlich umsetzbar ist. Am Dienstagabend in Lüderitz konnten dazu keine Vorstellungen ausgetauscht werden,

Regelmäßige Information in den Gremien – Grundlage ist das MOU

Die Einheitsgemeinde wird die politischen Gremien fortlaufend informieren: Neben Informationen im Hauptausschuss soll es künftig auch in den Sitzungen des Ortschaftsrates in Lüderitz regelmäßig Mitteilungsvorlagen zum Stand der Partnerschaft geben.

Grundlage der Zusammenarbeit ist ein zwischen Verwaltungen und Gremien abgestimmtes Memorandum of Understanding (MOU), das im Rahmen der KEPOL-Koordinierung weiterbearbeitet und für die praktische Umsetzung genutzt wird.

Mit Peter Winkels verfügt die Einheitsgemeinde Tangerhütte nun – im übertragenen Sinne – über einen „eigenen Mitarbeiter“ im Rathaus von Lüderitz, der die vereinbarten Arbeitspakete vor Ort begleitet und damit die Partnerschaft operativ stärkt.

Einladung zur Mitarbeit an der Nachhaltigkeitsstrategie

Nach der Bestandsanalyse 2025 beginnt nun die nächste Phase der Erarbeitung einer kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie.

Dafür richtet die Einheitsgemeinde eine offene Steuerungs- und Projektgruppe ein. Eingeladen sind Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Landwirtschaft, Vereinen, Bildungseinrichtungen, Feuerwehren, Kirchen, Jugend- und Seniorenarbeit sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger aus allen Ortschaften.

Termin: 23.04.2026, 17:30 bis 19:30 Uhr

Ort: Kulturhaus Tangerhütte, Anmeldung bis: 15.04.2026

E-Mail: partnerschaften@tangerhuette.de

Hintergrundinformation

Die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte beteiligt sich am bundesweiten Förderprogramm „Koordination für kommunale Entwicklungspolitik“. In diesem Rahmen wurde eine geförderte Koordinationsstelle eingerichtet, die nachhaltige Entwicklung strategisch in Verwaltung und kommunalem Handeln verankern soll. Ergänzend wurde das Programm „Global nachhaltige Kommune – bundesweit 2025“ bewilligt.

Ziel ist es, mit Unterstützung der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) sowie eines beauftragten Beratungsunternehmens Leitlinien, Ziele und konkrete Maßnahmen zu erarbeiten und diese in einer kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie zu bündeln. Die fachliche Begleitung erfolgt durch die EBP Deutschland GmbH (Berlin). Beide Programme werden über Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Ein zentraler Bestandteil der kommunalen Entwicklungspolitik ist die Partnerschaft mit dem Lüderitz Town Council in Namibia. Der Stadtrat der Einheitsgemeinde hatte bereits 2019 einstimmig beschlossen, diese Partnerschaft unter Einbeziehung der Ortschaft Lüderitz aufzubauen und zu vertiefen. Unterstützt wurde der Prozess durch das Honorarkonsulat in Hannover. Im November 2022 reiste erstmals eine Delegation der Einheitsgemeinde nach Namibia. Lüderitz zählt rund 15.000 Einwohner; Herausforderungen bestehen u. a. bei Abfallentsorgung, Trink- und Abwasser, Stadtentwicklung, Hafenentwicklung sowie der Produktion von Wasserstoff.

Seit 2025 besteht eine Projektpartnerschaft zwischen Lüderitz/Namibia und der Stadt Leipzig. Daraus entwickelte sich eine Zusammenarbeit zwischen Lüderitz–Leipzig–Lüderitz/Tangerhütte. Ziel ist der Erfahrungsaustausch zur Umsetzung der Agenda 2030 auf kommunaler Ebene sowie die Entwicklung konkreter Projekte innerhalb der Partnerschaft.

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