Ortschaftsrat befasst sich mit mikarshare-Angebot
IN Tangerhütte könnte künftig ein neues Mobilitätsangebot entstehen: ein öffentlich nutzbarer 9-Sitzer-Bus, der per App gebucht und gemietet werden kann. Das Konzept des Anbieters mikarshare wurde am Dienstagabend im Ortschaftsrat Tangerhütte vorgestellt und dort erstmals beraten.
mikarshare ist auf Carsharing-Angebote für Kommunen spezialisiert. Nach Angaben des Unternehmens werden aktuell mehr als 250 Fahrzeuge im Carsharing-Betrieb betreut, über 170 Kommunen befinden sich in der Carsharing-Betreuung. Mehr als 38.000 Nutzerinnen und Nutzer sind bereits registriert.
Nutzung per App und Service durch Anbieter
Das vorgestellte Modell sieht vor, dass Registrierung, Führerscheinprüfung, Buchung und Abrechnung digital erfolgen. Das Fahrzeug kann per App reserviert, geöffnet und wieder verschlossen werden. Auch die Schadensdokumentation und die Kontrolle des Fahrzeugstatus sind digital vorgesehen. Wartung, Instandhaltung, Versicherung, Schadensmanagement und Support werden nach dem Konzept durch mikar übernommen.
Gedacht ist das Angebot für Bürgerinnen und Bürger, Familien, Vereine, Gruppen und Initiativen, die zeitweise ein größeres Fahrzeug benötigen – etwa für Tagesfahrten, Veranstaltungen, Urlaubsfahrten oder gemeinsame Fahrten in die Region.
Als möglicher Standort wurde in der Sitzung der Bahnhof Tangerhütte ins Gespräch gebracht. Dort wäre das Fahrzeug zentral, gut sichtbar und gut erreichbar. Ein zentraler Stellplatz ist nach dem Konzept eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung.
Wohlwollen, aber weiterer Klärungsbedarf
Das Konzept stieß bei einer Reihe von Mitgliedern des Ortschaftsrates auf Wohlwollen. Zugleich wurde deutlich, dass vor einer abschließenden Empfehlung noch weitere Informationen eingeholt werden sollen.
Der stellvertretende Ortsbürgermeister Werner Jacob erklärte, dass er sich einen Bedarf für ein solches Fahrzeug gut vorstellen könne. Wer heute ein größeres Fahrzeug benötige, müsse häufig erst nach Stendal oder an andere Orte ausweichen. Auch sah er kein unmittelbares Risiko für die Stadt, da am Ende die Nutzerinnen und Nutzer entscheiden würden, ob sie das Angebot annehmen.
Wilko Maatz bezeichnete die Idee grundsätzlich als gut und bewertete das vorgestellte Angebot im Vergleich als interessant. Zugleich wies er darauf hin, dass die vertraglichen Regelungen für Gewerbetreibende genau angesehen werden sollten, da die Finanzierung über Werbeflächen auf dem Fahrzeug erfolgen soll.
Auch aus dem Ortschaftsrat kam der Hinweis, dass das Angebot für die Stadt beziehungsweise Ortschaft im Kern mit der Bereitstellung eines geeigneten Stellplatzes verbunden wäre. Die Finanzierung des Fahrzeugs soll über regionale Sponsoren und die Nutzung durch die Kundinnen und Kunden erfolgen.
Entscheidung soll vorbereitet werden
Bürgermeister Andreas Brohm betonte, dass ihm das Votum des Ortschaftsrates wichtig sei. Deshalb solle das Vorhaben nicht im Alleingang bewertet, sondern gemeinsam mit dem Ortschaftsrat weiter geprüft werden.
Für die nächste Beratung sollen nun weitere Informationen eingeholt werden, insbesondere zu den Vertragsbedingungen für mögliche Werbepartner sowie zu Vergleichsangeboten. Im September soll dann beraten werden, ob der Ortschaftsrat das Vorhaben unterstützt und welcher Standort in Tangerhütte konkret in Frage kommt.