Austausch zu kommunaler Entwicklungspolitik, Agenda 2030 und praktischer Umsetzung
Die Einheitsgemeinde baut ihre Vernetzung im Bereich Nachhaltigkeit und kommunale Entwicklungspolitik weiter aus. In den vergangenen Wochen war die Einheitsgemeinde bei zwei Fachformaten vertreten, bei denen es um Fördermöglichkeiten, kommunale Nachhaltigkeitsstrategien und die praktische Umsetzung der Agenda 2030 auf lokaler Ebene ging.
Ziel ist es, vorhandene Förderinstrumente besser zu nutzen, Erfahrungen anderer Kommunen aufzunehmen und die laufende Arbeit an einer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie weiter fachlich zu untersetzen. Die Teilnahme erfolgte über die Koordinierungsstelle für kommunale Entwicklungspolitik der Einheitsgemeinde.
Fachtagung zur kommunalen Förderung in Bonn
Vom 23. bis 25. Juni 2026 fand in Bonn die „Tagung – Kommunale Förderung“ statt. Die Veranstaltung stand in diesem Jahr auch im Zeichen des zehnjährigen Bestehens der Förderinstrumente „Koordination für kommunale Entwicklungspolitik“ (KEpol) und „Kleinprojektefonds“.
Beide Förderinstrumente werden über Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt unterstützt und haben sich in den vergangenen Jahren als wichtige Bausteine kommunaler Entwicklungspolitik etabliert. Bundesweit wurden bereits 168 Kommunen und Landkreise in der KEpol-Förderung unterstützt. Daraus gingen 175 Projekte hervor. Aktuell werden 50 KEpol-Personalstellen gefördert.
Auch die Einheitsgemeinde ist Teil dieser Förderung. Die Koordinierungsstelle unterstützt die Einbindung entwicklungspolitischer Themen in die kommunale Arbeit, begleitet die Partnerschaft mit Lüderitz in Namibia und trägt dazu bei, Verwaltung, Politik, Vereine und Zivilgesellschaft miteinander zu vernetzen.
Förderwissen für die kommunale Praxis
Neben dem fachlichen Austausch bot die Tagung Gelegenheit, sich über bestehende und neue Fördermöglichkeiten zu informieren. Themen waren unter anderem die personelle Förderung von KEpol-Koordinatorinnen und -Koordinatoren, Projektförderungen, Finanzplanung sowie Anforderungen an Verwendungsnachweise.
Für die Einheitsgemeinde sind solche Informationen wichtig, um künftige Projekte realistisch planen, Fördermittel sachgerecht beantragen und die notwendigen Nachweise ordnungsgemäß vorbereiten zu können. Gerade für kleinere Kommunen ist der Zugang zu Förderprogrammen häufig mit hohen formalen Anforderungen verbunden. Der fachliche Austausch hilft, diese Anforderungen frühzeitig mitzudenken.
Agenda 2030 in der kommunalen Praxis
Am 30. Juni 2026 beteiligte sich die Einheitsgemeinde zudem am Online-Fach- und Erfahrungsaustausch „Agenda 2030 in der kommunalen Praxis – Ostdeutschland“. Das Format richtete sich gezielt an ostdeutsche Kommunen und bot Einblicke in die Umsetzung globaler Nachhaltigkeitsziele auf lokaler Ebene.
Im Mittelpunkt standen unter anderem die Handlungsfelder der Initiative „Global Nachhaltige Kommune“ (GNK). Diese sind auch für die Erarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie der Einheitsgemeinde Tangerhütte von Bedeutung.
Diskutiert wurden Fragen der Akteursbeteiligung, der Öffentlichkeitsarbeit sowie des kommunalen Nachhaltigkeitsmanagements unter den Rahmenbedingungen vor Ort. Praktische Beispiele, unter anderem aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld, zeigten, wie Nachhaltigkeitsziele in kommunale Prozesse eingebunden werden können.
Nachhaltigkeitsstrategie der Einheitsgemeinde weiter vorbereiten
Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die weitere Arbeit der Einheitsgemeinde ein. Tangerhütte erarbeitet derzeit eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie. Sie soll dazu beitragen, Ziele, Maßnahmen und Prioritäten für eine zukunftsfähige Entwicklung der Einheitsgemeinde besser zu ordnen.
Dabei geht es nicht um zusätzliche Schlagworte, sondern um eine strukturierte Grundlage für kommunales Handeln. Themen wie Energie, Mobilität, Bildung, soziale Teilhabe, internationale Partnerschaften, Digitalisierung und verantwortlicher Umgang mit Ressourcen können darin zusammengeführt und mit konkreten Maßnahmen hinterlegt werden.
Zusammenarbeit bleibt entscheidend
Die Einheitsgemeinde wird den begonnenen Prozess weiter fortführen und die Erfahrungen aus Fachveranstaltungen, Förderprogrammen und kommunalen Netzwerken nutzen. Entscheidend bleibt dabei, Nachhaltigkeit nicht als Einzelthema zu behandeln, sondern als Querschnittsaufgabe in Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft zu verstehen.
Hintergrundinformation
Die Einheitsgemeinde beteiligt sich am bundesweiten Förderprogramm „Koordination für kommunale Entwicklungspolitik“. In diesem Rahmen wurde eine geförderte Koordinationsstelle eingerichtet, die nachhaltige Entwicklung strategisch in Verwaltung und kommunalem Handeln verankern soll. Ergänzend wurde das Programm „Global nachhaltige Kommune – bundesweit 2025“ bewilligt. Ziel ist es, mit Unterstützung der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) sowie eines beauftragten Beratungsunternehmens Leitlinien, Ziele und konkrete Maßnahmen zu erarbeiten und diese in einer kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie zu bündeln. Die fachliche Begleitung erfolgt durch die EBP Deutschland GmbH (Berlin). Beide Programme werden über Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.
Ein zentraler Bestandteil der kommunalen Entwicklungspolitik ist die Partnerschaft mit dem Lüderitz Town Council in Namibia. Der Stadtrat der Einheitsgemeinde hatte bereits 2019 einstimmig beschlossen, diese Partnerschaft unter Einbeziehung der Ortschaft Lüderitz aufzubauen und zu vertiefen. Unterstützt wurde der Prozess durch das Honorarkonsulat in Hannover.
Im November 2022 reiste erstmals eine Delegation der Einheitsgemeinde nach Namibia. Die Küstenstadt Lüderitz zählt rund 15.000 Einwohner. Große soziale Herausforderungen prägen die Kommune: Themen wie Abfallentsorgung, Trink- und Abwasser, die Produktion von Wasserstoff, der Ausbau des Hafens, sowie eine Expansion der Stadt sind von besonderer Relevanz. Seit 2025 hat Lüderitz (Namibia) eine Projekt-Partnerschaft mit der Stadt Leipzig. Daraus entstand eine Zusammenarbeit zwischen Lüderitz-Leipzig-Lüderitz/Tangerhütte.
Ziel dieser Vernetzung ist der Erfahrungsaustausch zur Umsetzung der Agenda 2030 auf kommunaler Ebene sowie die Entwicklung konkreter Projekte innerhalb der Partnerschaft.