Am 31. Juli endet das laufende Kita-Jahr. Viele Kinder wechseln anschließend in die Grundschule. Was dort für neue erste Klassen sorgt, führt in den Kindertageseinrichtungen der Einheitsgemeinde zu einem deutlichen Rückgang der Belegung.
Zum 1. Juli 2026 waren in den Einrichtungen einschließlich der Hortbetreuung 656 von insgesamt 775 Plätzen belegt. Das entsprach einer Auslastung von rund 84,6 Prozent. Zum Beginn des neuen Kita-Jahres am 1. August werden voraussichtlich 603 von dann 795 Plätzen genutzt. Die Auslastung sinkt damit auf rund 75,8 Prozent. Die zusätzliche Kapazität entsteht insbesondere durch den erforderlichen Ausbau der Hortplätze in Grieben.
Noch deutlicher wird die Entwicklung beim Blick auf den reinen Kita-Bereich: Hier stehen insgesamt 445 Plätze zur Verfügung. Zum 1. August werden davon voraussichtlich 306 Plätze belegt sein. Damit bestehen zunächst 139 freie Plätze. Für die folgenden Monate sind derzeit 19 weitere Aufnahmen bekannt. Auch danach verbleiben rechnerisch rund 120 freie Kita-Plätze.
Damit ist für alle Kinder in der Einheitsgemeinde ein Betreuungsplatz vorhanden. Zugleich bestehen ausreichend Kapazitäten für weitere Aufnahmen und Zuzüge.
Entwicklung in den Einrichtungen
| Einrichtung |
Belegung 01.07.2026 |
Belegung 01.08.2026 |
Kapazität |
Auslastung ab 01.08.2026 |
| Kita „Anne Frank“ |
94 |
72 |
110 |
65,5% |
| Kita „Friedrich Fröbel“ |
109 |
97 |
120 |
80,8% |
| Kita „Haus der kleinen Racker“ |
33 |
24 |
42 |
57,1% |
| Kita „Lüderitz Kids“ |
84 |
98 |
110 |
89,1% |
| Kita „Sonnenkäfer“ |
23 |
16 |
44 |
36,4% |
| Kita „Unsere Dorfspatzen“ |
42 |
31 |
48 |
64,6% |
| Kita „Waldesrand“ |
62 |
51 |
61 |
83,6% |
Die sinkenden Kinderzahlen haben unmittelbare Auswirkungen auf den Personalbedarf und die Kosten der Einrichtungen. Die Einheitsgemeinde passt den Personaleinsatz deshalb weiterhin schrittweise an die tatsächliche Belegung an. Dabei müssen die gesetzlichen Vorgaben ebenso eingehalten werden wie eine verlässliche Betreuung während der gesamten Öffnungszeiten. Die Einheitsgemeinde dankt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausdrücklich für ihr Verständnis, ihre Flexibilität und ihren täglichen Einsatz.
Gleichzeitig sinken die Kosten einer Einrichtung nicht im gleichen Umfang wie die Kinderzahl. Gebäude-, Betriebs- und Verwaltungskosten bleiben weitgehend bestehen. Auch kleinere Einrichtungen benötigen aufgrund langer Öffnungszeiten, Urlaubsvertretungen und möglicher Krankheitsausfälle eine personelle Grundausstattung. In der Praxis ist dafür häufig ein Team von mindestens fünf Beschäftigten erforderlich – unabhängig davon, ob 15, 25 oder 40 Kinder betreut werden.
Die Entwicklung bietet aber auch eine Chance: Bildungsarbeit beginnt in der Kita. Viele Kinder benötigen heute zusätzliche Förderung und individuelle Unterstützung. Dieser Aufwand wird durch den allgemeinen gesetzlichen Personalschlüssel nicht vollständig abgebildet. Ausreichend große und stabile Teams können darauf besser reagieren, Vertretungen absichern und durch unterschiedliche fachliche Kompetenzen eine höhere Qualität ermöglichen. In sehr kleinen Einrichtungen sind solche multiprofessionellen Strukturen nur schwer aufzubauen.
Bürgermeister Andreas Brohm erklärt:
„Wer heute etwas für unsere Kinder tun möchte, darf nicht allein bestehende Standorte und möglichst kurze Wege betrachten. Wir müssen Strukturen schaffen, die dem heutigen Kita-Alltag gerecht werden, Kindern und Erzieherinnen und Erziehern gute Bedingungen bieten und zugleich dauerhaft von der Einheitsgemeinde getragen werden können. Es geht nicht nur um die Zahl der Plätze, sondern vor allem um Qualität, verlässliche Betreuung und leistungsfähige Teams.“
Die aktuellen Zahlen zeigen die tatsächliche Entwicklung deutlich. Der Platzbedarf ist gesichert. Die künftige Aufgabe besteht darin, die vorhandenen personellen und finanziellen Möglichkeiten so einzusetzen, dass alle Kinder möglichst gute Bildungs- und Betreuungsbedingungen erhalten.